Meine Verbindung zur Klettertherapie begann schon während meiner Grundausbildung zum Physiotherapeuten. Als leidenschaftlicher Kletterer habe ich meine eigene Erfahrung aus dem Training immer wieder als Orientierung genutzt und mich gefragt, was Kletterer brauchen, um belastbar zu bleiben und nach einer Verletzung wieder zurück an die Wand zu kommen.

Während meiner Ausbildung konnte ich mich im Rahmen eines Praktikums im Handencentrum in Utrecht intensiv mit der Behandlung von Hand- und Fingerbeschwerden beschäftigen. Dort kam ich auch erstmals mit den Möglichkeiten der Ultraschalldiagnostik in der Physiotherapie in Kontakt. Die spezialisierte Ausbildung war jedoch stark auf die postoperative Rehabilitation ausgerichtet, zum Beispiel nach Sehnenrekonstruktionen. Mich interessierte zunehmend die konservative Behandlung von Finger- und Handbeschwerden und die Frage, wie Kletterer ohne Operation wieder belastbar werden können.

Aus diesem Interesse entstand ein Jahr lang eine wöchentliche Sprechstunde in einer Kletterhalle in Utrecht. Dort konnte ich viele Kletterer mit unterschiedlichen Verletzungen und Beschwerden kennenlernen und praktische Erfahrungen sammeln. Diese Zeit hat meinen weiteren Weg in der Klettertherapie stark geprägt.

Nach meinem Wechsel in die Schweiz konnte ich mich bei Physio8a weiter auf die Klettertherapie spezialisieren. Mit der Weiterbildung in der Klaus-Isele-Methode konnte ich mein Wissen über die Untersuchung und Behandlung von Fingerbeschwerden weiter vertiefen. Als selbständiger Physiotherapeut habe ich mich anschliessend zunehmend mit der Ultraschalldiagnostik beschäftigt und diese in meine physiotherapeutische Arbeit integriert.

Klettertherapie bedeutet für mich aber weit mehr als Hand- und Fingertherapie. Gerade Schulter- und Sprunggelenksverletzungen gehören ebenfalls zu den häufigen Problemen beim Klettern. Durch meine Weiterbildungen in der Sportphysiotherapie und meine Auseinandersetzung mit der Spiraldynamik habe ich über die Jahre verschiedene Ansätze entwickelt, um auch diese Beschwerden gezielt zu untersuchen und zu behandeln.

In diesem Jahr öffnet sich für mich mit der Weiterbildung im therapeutischen Klettern ein neuer Weg. Dabei wird der Ansatz gewissermassen umgedreht: Klettern ist nicht mehr nur die Aktivität, zu der man nach der Physiotherapie zurückkehrt – das Klettern selbst wird zum therapeutischen Werkzeug.

Für mich ist das eine spannende Weiterentwicklung und eine neue Möglichkeit, meine beiden Welten zu verbinden. Ich freue mich darauf, diesen Weg weiterzugehen und herauszufinden, was therapeutisches Klettern in der Rehabilitation und darüber hinaus ermöglichen kann.